DAS HANDWERK

Schnitzerei, Holzbearbeitung, Weben

Die Notwendigkeit so autark wie möglich zu sein zwang die Bewohner von Sauris dazu, die Gegenstände für den täglichen Gebrauch selber herzustellen. Die Schnitzerei und die Holzbearbeitung wurden von fast allen Männern ausgeübt, die sich während der Wintermonate der Zimmererarbeit widmeten, dem Bauen, der Reparatur der Werkzeuge, Möbel und anderer Gebrauchsgegenstände. Die geschicktesten Schnitzer stellten aus Ahorn -oder Erlenholz die komplizierteren Gegenstände her, wie die Dälmine (die Holzpantoffel, auf Sauranisch Khöispn), und die Karnevals Masken. Ein hoher Grad an Fertigkeit war auch bei den Schmieden gefragt, den Webern und Schneidern. In jedem Ortsteil gab es eine Schmiede (Schmite) wo der Schmied die Eisenteile der Werkzeuge und der Transportmittel (Karren und Schlitten) herstellte. Dieser Handwerker hatte auch die Funktion des Hufschmiedes inne. Die Kleidung und Unterwäsche wurden auch zur Gänze im Tal hergestellt. Die Frauen bereiteten die Fäden vor (Leinen und Hanf aus eigenem Anbau und Wolle). Das Weben hingegen war ein traditionell typisch männliches Handwerk. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren mehrere Webereien in Betrieb, in denen die Stoffe gewebt wurden, die dann den Schneidern (für Männerkleidung) oder den Frauen (für die Frauen- und Kinderkleider) anvertraut wurden. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren auch noch einige wasserbetriebene Fabriken in Betrieb wo die Wasserkraft des Tales für den Betrieb von Mühlen, Sägewerken und Seilbahnen genutzt wurde.